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9.11.2020 Kreuzeiche

Gedenktag 09.11.

Kaum ein anderer Tag im Jahr vereint so viele Ergeignisse von historischer Bedeutung wie der 9. November. Zu den bekanntesten gehören der Fall der Berliner Mauer 1989 und die Ausrufung der deutschen Republik durch den Sozialdemokraten Philipp Scheidemann 1918. Weitaus weniger bekannt ist wahrscheinlich, dass der linksliberale Paulskirchenabgeordnete Robert Blum am 9.11.1848 in Wien erschossen wurde, dass Theodore Roosevelt 1906 die erste Auslandsreise eines US-Präsidenten durchführte oder dass das Landgericht Essen 1999 Hooligans verurteilte, die im Jahr 1998 demn französischen Polizisten David Nivel schwerste Verletzungen zugefügt haben.

Der heutige dol2day-Trauertag bezieht sich jedoch auf den 9.11.1938, den Tag, an dem Schergen der NS-Diktatur hunderte jüdische Mitbürger ermordet und fast alle Synagogen zerstört haben. Außerdem wurden zahllose jüdische Geschäfte und Wohnungen jüdischer Mitbürger zerstört. Dieser 9. November 1938 zeigte erstmals offen und für jedermann sichtbar, wie das NS-Regime mit Menschen umgeht, die nicht ins Bild des Systems passten. Dennoch lehnten sich nur in sehr seltenen Einzelfällen Menschen gegen den NS-Terror dieser Nacht auf, den Terror in dessen weiterem Verlauf jüdisches Leben in Deutschland und Teilen Europas weitgehend vernichtet wurde. Wie schwer man sich mit der Bewertung der Ereignisse und einem angemessenen Umgang damit tut, zeigt sich daran, dass erst 40 Jahre späte erstmals mit Helmut Schmidt ein Bundeskanzler zu diesem Tag Stellung nahm. Und noch 10 weitere Jahre später unterschätzte der damalige Bundestagspräsident Jenniger die Wirkung der Worte über diesen Tag.

Wiederholt sich Geschichte wirklich nicht? Im Jahr 2000 zerstörten Palästinenser das Josefsgrab in Nablus und weihten es zur Moschee. Danach und auch bei der Zerstörung von Synagogen in den Palästinensergebieten griff die Weltöffentlichkeit gar nicht oder bestenfalls halbherzig ein.

Und heute? Auch heute ist immer noch das aktuell, was BAP 1982 unter dem Titel "Kristallnaach" sang:
"Wenn die Volksseele, allzeit bereit, / Richtung Siedepunkt wütet un schreit: / "Heil Halali", un jrenzenlos geil / Noh Vergeltung brüllt, zitternd vüür Neid, / Enn der Kristallnaach.
Doch die alles, wat anders ess, stührt, / Die mem Strom schwemme, wie’t sich jehührt, / Für die Schwule Verbrecher sinn, / Ausländer Aussatz sinn, Bruuchen wer, der se verführt."
Immer noch gibt es Menschen, die einen Sündenboch brauchen, der schwächer ist als sie selbst. Und immer noch gibt es Menschen, die als Verführer agieren und diese Sündenböcke allzugerne präsentieren.

J. Bercow
für die 65. Internetregierung

Kreuzeiche
[09.11.2020 11:29]

9.11.2020 idl

Zum 9. November

Der 9.11. ist in Deutschland ein geschichtsträchtiger Tag.
1938 das Novemberpogrom im nationalsozialistischen Deutschland als einer der Tiefpunkte, einer der schwarzen Tage (das ist noch untertrieben).
1989 dann Fall der Berliner Mauer, einer der positiven Momente, friedlich erstritten.
So können wir heute mehrfach gedenken, der Opfer, aber auch der Freude. Sollen uns beide Ereignisse Mahnung sein. Freiheit ist nicht selbstverständlich.

Mr. Bart


idl
[09.11.2020 11:01]

17.10.2020 lpp

Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut

17.10. Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut

1992 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut.

Heute, 28 Jahre später, möchte ich meine Sichtweise zur Armut (vor allem in Deutschland) darlegen:
Jeder 6. Bürger in Deutschland ist arm, oder von Armut bedroht. Dabei sind diese Bürger meist nicht an der Armut schuld. Armut dauerhaft zu überwinden wäre möglich.

Schuld trägt unsere Bundesregierung, die es bis heute nicht geschafft hat, für eine gerechte soziale Absicherung zu sorgen.
Die Regierung müsste ein Grundeinkommen oberhalb der Armutsgrenze (zurzeit 1074 Euro bei einem Einpersonenhaushalt) sicherstellen. Diese Grundsicherung muss jedem zugänglich und gleichzeitig sanktionsfrei sein. Die Krankenversicherung muss zu einem sozialeren System umgebaut werden, in das alle einzahlen und das alle nutzen können. Der Steuersatz für Reiche muss angehoben werden, um das soziale Gefälle zu überwinden.

Besonders Kinder haben unter Armut zu leiden und erfahren oft sogar Ausgrenzung.
Auch hier sind dringend Änderungen notwendig. Das Kindergeld ist mit 204€ (ab 01.01. 219€) zu niedrig angesetzt. Hier ist eine Erhöhung auf mindestens 300€ notwendig. Die schulische und berufliche Ausbildung muss generell kostenfrei sein, um allen jungen Menschen die freie Wahl ihrer Zukunft zu ermöglichen. Auch der vorschulische Bereich und die Ganztagesbetreuung müssen gratis sein. Zudem sollte in den Betrieben verstärkt auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Wert gelegt werden (z.B. durch Betriebsvereinbarungen). Flexible Arbeitszeitgestaltung sollte darin als wichtigster Punkt behandelt sein.

Eine Festschreibung von Kinderrechten im Grundgesetz ist auch längst überfällig.

Mehr zu diesem Thema möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben, da ich damit eine Diskussion anregen möchte.
Dieser Text ist auch nur von mir allein verfasst. Dies wurde vorab mit dem noch amtierenden Kanzler abgesprochen.

Euer Noch-Vizekanzler und bald Kanzler
Kreuzeiche

lpp
[17.10.2020 11:03]

12.10.2020 Redaktion

Moderation

Lord Fred ist auf eigenen Wunsch als Mod ausgeschieden.
Neu (wieder) dabei ist McOnline

Redaktion
[12.10.2020 21:50]

5.10.2020 Redaktion

Sandor & Smurfy

Es nimmt leider kein Ende.
Am 26.06.2018 ist Sandor verstorben und am 4.10.2019 verstarb Smurfy.
RIP

Redaktion
[05.10.2020 15:07]

4.10.2020 ratio legis

Regierungsbilanz und Gedenken

Liebe dolerinnen und doler,

in wenigen Tagen endet die Amtszeit der 64. dol-Regierung, das Bündnis C64 wird in der jetzigen Form damit seine Arbeit einstellen. Mit dieser Mail möchte ich unsere Arbeit bilanzieren und damit unsere Amtszeit beschließen.

Vorab will ich mit dieser Rundmail aber die Gelegenheit nutzen und zweier verstorbener doler Gedenken: Boubacar und Pumeluk. Boubacar verstarb ab 25. September des laufenden Jahres, Pumeluk bereits am 3. Juli 2018 - die Nachricht erreichte uns aber erst vor einigen Tagen. Beide waren engagierte doler und für lange Zeit ein wichtiger Teil unserer Community. Sie mögen in Frieden ruhen.

In unserem Wahlprogramm haben wir eine Reihe von Veränderungen an der Plattform dol2day vorgeschlagen und unseren Schwerpunkt damit auf dol-interna-Fragen gesetzt. Das hat unsere Kandidatur von vielen Kandidaturen der näheren Vergangenheit unterschieden.

Nicht alle von uns vorgeschlagenen Veränderungen wurden dabei angenommen. Unser Doliszit zur Begrenzung von Umfragen wurde abgelehnt. Dies haben wir zur Kenntnis genommen und akzeptiert, auch wenn wir weiterhin der Meinung sind, das eine maßvolle Umfragebegrenzung sinnvoll gewesen wäre. Zum demokratischen Votum gehört aber auch die Ablehnung.

Es war uns ein Anliegen, die für die inzwischen geringe Menge an Content unangemessen hohe Anzahl an Umfrageunterkategorien abzuschaffen. In Zusammenarbeit mit der Community ist uns dies gelungen: In nunmehr 11 Hauptkategorien und ohne jede Unterkategorie haben wir dafür gesorgt, dass dol in diesem Bereich deutlich übersichtlicher geworden ist.

Mit der Einführung verbindlicher Oppositionsrechte haben wir nach langen Diskussionen ein neues Spielelement geschaffen, von dem wir hoffen, dass es Aktivitätsanreize setzt. Denn: Eine Kanzlerkandidatur kann sich jetzt auch dann lohnen, wenn man nicht gewählt wird - als Opposition stehen dann dennoch gewisse Minderheitenrechte zur Verfügung, die in ihrem Umfang jedoch ebenfalls abbilden, dass die Mehrheit der Stimmen nicht erlangt wurde. Der anfängliche Widerstand gegen diese Regelung wurde schnell aufgegeben - nun hoffen wir, dass die Unterlegenen der nun laufenden Wahl rege von ihrem Recht Gebrauch machen werden.

Schlussendlich haben wir die Regeln für das Schiedsgericht und die SOKO neugefasst und in eine sprachlich nachvollziehbare, widerspruchsfreie und einheitliche Form gebracht - gleichzeitig hat die SOKO nun etwas mehr Rechte mit Blick auf die Nichtzulassung offensichtlich unbegründeter Anzeigen.

Wir haben damit drei teils umfangreiche Veränderungen an dol erfolgreich angestoßen - dank der schnellen und spontanen Programmierarbeit der Redaktion ist es gelungen, alle von uns angestoßenen und von der Community beschlossenen Doliszite technisch umzusetzen. Vielen Dank für eure Unterstützung!

Es ist uns nicht gelungen, alle im Wahlprogramm versprochenen Veränderungen anzustoßen. Dies geben wir gerne zu. Die relativ kurze Zeitspanne von vier Monaten hat uns dies genau so wenig erlaubt wie die Tatsache, dass zur Realität dols ein Eingehen auf viele kleine, zeitraubende Nebenkriegsschauplätze gehört.

Wir haben jedoch gezeigt, dass selbst in einer kleinen Community mit nur noch engem Raum für Veränderungen ein bisschen Weiterentwicklung möglich ist - wenn man dies denn möchte.

Über diese konkreten Veränderungen hinaus haben wir den Großteil der dol-gesetzlichen Gedenk- und Feiertage angemessen gewürdigt und am Anfang unserer Wahlperiode einige Themenwochen veranstaltet.

Allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, die sich an der aktiven Arbeit unseres Bündnisses beteiligt haben, danke ich hiermit.

Unseren Nachfolgern wünschen wir bei der Ausübung ihres Amtes viel Erfolg und Inspiration was zumindest kleine Weiterentwicklungsschritte angeht - denn wir meinen nach wie vor, dass die dol-Kanzlerschaft auch mit einer gewissen Verantwortung dafür einhergeht, die alte Tante dol2day zu pflegen, in Schuss zu halten und dort fortzuentwickeln, wo dies geboten und möglich ist.

Für die 64. dol-Regierung
ratio legis

ratio legis
[04.10.2020 22:39]

4.10.2020 ksp

KSP zum 4. Oktober

Das Drama im Mittelmeer mit Flucht und Vertreibung aufgrund nationalistischer und kapitalistischer Habgier geht weiter und die Welt kümmert sich lieber um einen Komödiantenstadl in den USA.

ksp
[04.10.2020 17:02]

4.10.2020 idl

IDL zum 3.Oktober

Liebe Nachbarn!

Ihr wisst, dass ich aus Österreich komme. Unser lieber PV ist leider verhindert, da er sich seine Hand gebrochen hat. Daher nutze ich als sein Stellvertreter mit einigen Tagen Verspätung die Gelegenheit um ein paar persönliche Worte an euch zu richten.

Ich habe damals mit meinen noch nicht ganz 12 Jahren vieles verfolgt und erlebt, als es in diesem Herbst 1989 bei euch losging. Als es eigentlich im Sommer bereits losging, als sich die Leute nach Ungarn aus der damaligen DDR absetzten. Es war der Zeitpunkt als viele nach Moskau blickten und Änderungen bemerkten, aber noch keine Änderungen im zweiten deutschen Staat merkten und wir als Österreicher auch nicht in der CSSR. Aber durchaus in Ungarn, welches uns doch seit 1526 sehr verbunden war und ist.

Aus diesem Ungarn kamen im Sommer viele Menschen über die Grenze und ich denke, wir werden diese Tage nicht vergessen, als wir nicht wussten, ob die Ungarn noch scharf schießen oder wegsehen, ob sie aufgegriffene Flüchtlinge an das SED-Regime zurückstellen oder einfach zurück ins Hinterland schicken. Unser Gedanken lagen bei jenen, welche in den Westen wollten und dem Regime in der Heimat auf diese Weise eine Absage erteilten. Das Picknick bei Ödenburg wird allen, die diese Zeit wohl aktiv miterlebten und ihr politisches Interesse in dieser oder jener Form bereits geweckt hatten, unvergessen bleiben.

Als im Herbst dann die Trabbis über die österreichischen Straßen nach Westen rollten, als Genscher in Prag zu den Flüchtlingen sprach und wohl nie über die Worte „heute ihre Ausreise“ kam, als im Osten die Demonstrationen losbrachen, da erlebten wir Geschichte so intensiv und anschaulich, wie nie wieder danach.

Der Tag als die Mauer fiel, der Tag als die ersten freien Wahlen stattfanden. Als die Ostdeutschen zum ersten Mal seit dem November 1932 wieder in freien Wahlen an die Urnen schreiten durften. Als man sich langsam am internationalen Parkett das Vertrauen der Siegermächte und Nachbarn erwirkte, hier ist natürlich auch das Schaffen des großartigen Liberalen Hans-Dietrich Genscher zu nennen.

Deutschland startete nach 1945 mit einer Hypothek auf dem Rücken, welche wohl noch kein Volk der Erde in der Geschichte zu tragen hatte. Der Ausgleich mit den Nachkommen und Opfern der Shoah, der Ausgleich mit Israel, die Bindung an Frankreich, das langsame Einfinden in die Völkerfamilie, die Einbindung in den Westen, die Ostannäherung, die Schlussakte von Helsinki. All das sind Akte, die nach 1949 begonnen wurden und welche die Rückkehr in die Völkerfamilie wohl in einer 1945 nie gedachten Geschwindigkeit ermöglichten.

Der Abschluss und die Krönung dessen, das war der 3.10.1990 als die Nation wieder geeint und frei und in voller Souveränität in die Völkerfamilie als vollwertiges Mitglied aufgenommen wurde.

Deutschland vertraut der Welt und die Welt vertraut Deutschland.

Der 3.10 ist der abschließende Tag der Erfolgsgeschichte der Demokratie und des neuen Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ein nachträgliches und so herzlicheres Glückauf liebes Nachbarland und alles Gute zu Deinem 30. Geburtstag in Einheit.

Rakousko

idl
[04.10.2020 14:17]
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